DER
URKNALL

im anfang schuf der herr himmel und erde
er nahm
eine handvoll licht und formte sie
in seiner
ungelenken art zum himmel.
dasselbe tat er mit
einer handvoll dunkel
und hatte die erde in händen.
um dem elaborat göttlichen schliff zu verleihen,
legte er beide teile in das mikrowellengerät.
in seiner unerfahrenheit vergaß er aber,
zuvor die zeit zu erschaffen.
das unvermeidliche
blieb nicht aus:
die gerätezeitschaltung
war außer funktion,
und mit einem knall
war aus himmel und erde
ein unermeßliches
universum entstanden.
verärgert über
seinen konzentrationsfehler überließ der
herr die begonnene schöpfung
ab nun ihren
eigenen gesetzen. |
Ich
verstehe meine Arbeiten offen, nicht einengend,
zum vielfältigen Dialog einladend, die uns geläufige
Sehweise zugrunde legend.
Es scheint mir einfacher zu sein, aus dem Gewohnten
heraus zu neuen, korrespondierenden Erfahrungen
zu kommen, anstatt von vornherein die Latte so
hoch (wobei hoch in unserem Fall mit theoretisch
zu übersetzen wäre) zu legen, dass von Vielen
der Versuch des Verstehens gar nicht erst in
Angriff genommen würde. In stiller, fast unmerklicher
Übereinkunft beginnt sich im Betrachter ein deutliches
Weltbild zu entwickeln, welches
auf dessen individuelle Sichtweise zurückgreift.
Die Erfahrung von Dichte, Nähe, Geborgenheit,
Ferne, Distanziertheit, Bedrängnis, Verlorenheit,
Leichtigkeit und Schwere sind in diesen Arbeiten
immer wieder mit dem Begriff Weltbild unterlegt.
Es geht um Wahrnehmung - sinnlich wie real. Es
geht nicht um topografisch genaue Wiedergabe.
Die Wahrnehmung spielt sich im Betrachter ab,
teilweise verknüpft mit persönlichen Erlebnissen,
Erinnerungen, Zuordnungen.
Eines darf man nicht vergessen bzw. übersehen:
Diese Assoziationen entstehen aus dem Wahrnehmungswillen
des Betrachters. Die Malerei bleibt reine Malerei,
die vermuteten Details sind in erster Linie zufällige
Pinselstrukturen - und beileibe keine Wiedergabe
von real Vorhandenem. |